Mai
18

1.Bundesliga Pool-Spieltag 13

BSV Dachau vs. PBC Bork              3:1

14/1endlos:

Johannes Halbinger– Sven Brunner                                         197:200                 1:2          0:1

8-Ball:

Dominic Jentsch – Wolfgang Scheder                                     2:5          5:4          5:4          2:1          1:0

9-Ball:

Benjamin Heimmerer – Tristan Bialuschewski                           6:4          5:6          6:3          2:1          1:0

10-Ball:

Manuel Ederer – Christian Prager                                             5:3          5:2                          2:0          1:0

Bericht

Das letzte Wochenende in der Billard Bundesliga hätte der lang geplante Saisonhöhepunkt des Bundesverbandes werden sollen – dann kam es aber völlig anders: Oberhausen stand bereits als Meister fest und der Weltverband verschob kurzfristig die 10-Ball-Weltmeisterschaft auf den Termin des Spieltages. Genau die drei Topteams, die der Verband am letzten Spieltag zusammen bringen wollte (Oberhausen, Dachau und Fürstenfeldbruck) befinden sich auf den Plätzen 1 bis 3 und sind von der WM-Verlegung personell betroffen. Der Antrag, den Spieltag der Bundesliga konsequenter Weise zu verschieben, um so das gewünschte „Event“ zu retten wurde mit Hinweis auf eine altehrwürdige Regelung der Statuten abgelehnt… Der Spieltag musste also wie geplant stattfinden – allerdings nun mit drei personell geschwächten Topteams…

Für den Dachauer Nachwuchs natürlich ein Geschenk der besonderen Art, da sich Dachaus Trainer dazu entschloss, kurzerhand zwei jungen Talenten des Vereins die Chance auf ihren ersten Bundesliga-Einsatz zu geben: Johannes Halbinger (16) und Daniel Koslitz (17) sind Stammspieler der Dachauer Bayernliga-Mannschaft, gerade mit guten Platzierungen von der Deutschen Jugendmeisterschaft zurück gekommen und durften mit auf „große Fahrt“.

Gegen den bereits fest stehenden Absteiger PBC Borg durfte der jüngere der beiden im 14/1endlos an der Tisch und ersetzte damit keinen Geringeren als Dachaus Jungstar Manuel Ederer, der für den auf der WM befindlichen Valery Kuloyants im 10-Ball antrat.

Beide erledigten ihre neuen Aufgaben mit Bravour: Manuel Ederer fertigte Borgs Nummer Eins (Christian Prager) in 2 Sätzen ab (5:3 / 5:2) und Johannes Halbinger beeindruckte die Zuschauer mit einer laut Huber „unbeschwert-frechen“ Vorstellung, die ihm zeitweise eine 165:47 Führung einbrachte, ehe Sven Brunner mit 55 Punkten begann, den Rückstand zu halbieren.

Der immer noch „uni-lerngeschwächte“ (Zitat Huber) Benjamin Heimmerer konnte im ersten Satz seiner 9-Ball-Begegnung gegen Tristan Bialuschewski seine frühere Form aufblitzen lassen und sicherte sich diesen mit 6:4. Ein paar eigene Fehler und vor allem des Hadern über diese sorgten dann zu einer eher desolaten Vorstellung und einem klar stärker werdenden Gegner im zweiten Satz, der dann auch prompt mit 5:6 an Bork ging. Der mittlerweile gut erkennbar zornige Dachauer konnte sich erst beim Stand von 1:3 im dritten Satz wieder fangen und diesen am Ende noch recht klar mit 6:3 für sich entscheiden.

Das „Sorgenkind“ des Spieltages war überraschenderweise der frisch gebackene Europameister im 8-Ball, Dominic Jentsch, der seinen ersten Satz abgeben musste (2:5) und auch den zweiten Satz nur denkbar knapp mit 5:4 für sich entscheiden konnte. Im dritten Satz lag er dann ebenfalls schon mit 2:4 zurück und kämpfte bildlich mit dem Rücken an der Wand…

Während Halbingers Gegner die nächste höhere Serie folgen ließ, begann nun der Dachauer Europameister, Spiel für Spiel zu beenden, bis er den entscheidenden dritten Satz mit 5:4 für sich entschieden hatte.

Leider drehte sich inzwischen das Blatt am Tisch des Dachauer Nachwuchsspielers: Er nutzte eine gute Chance, um weiter Raum zwischen sich und den nun schon bedrohlich nahe gekommenen Sven Brunner zu bringen, ließ aber dann den 198. Ball im Loch klappern. Näher durfte er dem Sieg leider nicht kommen, da Brunner einen Einstiegsball hatte und nun seinerseits das Spiel zum 3:1 Endstand beendete.

Nach dem Spieltag resümierte Huber die Begegnung wie folgt: „Gegen den designierten Absteiger haben wir erwartungsgemäß gewonnen – auch wenn es enger war, als es das Ergebnis vermuten lässt. Die kleine Schwäche von Dominic ist heute auf jeden Fall eher zu verschmerzen als morgen gegen den Deutschen Meister… Besonders freut mich die super Partie von Johannes – bei seinem Bundesligadebüt mit 16 Jahren so frech zu spielen und fast zu gewinnen ist schon etwas Besonderes. Er ist zumindest unser „Sieger der Herzen“ und ich bin mir sicher, dass man von ihm in Zukunft noch mehr hören wird…“

Geschrieben von Korbinian Fritsch. Veröffentlicht in Sport