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Fluß statt Schwimmbad - Wasserretter üben an der Amper

Abtransport des Geretteten mit dem SpineboardDonnerstag, 19.00 Uhr: Am Amperufer hinter dem Gelände des Dachauer Tierschutzverein in der Roßwachststrasse halten drei weiß-rote Busse der BRK Wasserwacht, ein gutes Dutzend Wasserwacht'ler steigen aus, einige Passanten fragen besorgt ob denn etwas passiert sei. "Nein, das ist heute nur eine Übung", antwortet Übungsleiter Simon Wetzstein während er die Anwesenden in Teams einteilt und erste Arbeitsaufträge vergibt. Neben den Wachdiensten in den Freibädern Ainhofen und Dachau sowie am Karlsfelder See gehört auch die Hilfe bei Unfällen an den Flüßen im Landkreis zum Aufgabenbereich der Rettungsschwimmer - und das soll heute geübt werden.

Während die beiden Bootsführer mit zwei Helfern das Schlauchboot zu Wasser lassen, zieht die erste Übungsgruppe ihre Schutzausrüstung an. Neben einem Neoprenanzug sind das feste Schuhe, Helm und die spezielle Wasserretter-Weste, die den Wasserretter vor Kälte und Verletzungen schützen sollen. Über ein integriertes Seilsystem mit "Panik-Verschluß" wird der Schwimmer mittels einer Leine gesichert - denn gegen die Strömung zurück ans Ufer schaffen es hier nicht einmal die besten Schwimmer. Die dritte Gruppe wird als Beobachtungsposten flußaufwärts geschickt - sie sollen nach dem vermeintlichen Opfer Ausschau halten und die Sichtung per Funk melden. Nach einer kurzen Lagebesprechung geht es dann los, mit dem Schlauchboot wird ein "Opfer" einige hundert Meter flußaufwärts transportiert und treibt dann in der Strömung auf denStandort der Retter zu. Kurz darauf meldet der Beobachtungsposten: "Opfer gesichtet, treibt in der Flußmitte!" und einige Augenblicke später ist das Opfer auch von der Position der wartenden Wasserretter aus zu sehen. Der erste Retter schwimmt in Richtung des gegenüberliegenden Ufers, nimmt die treibende Person in einen Schleppgriff und wird mit der Sicherungsleine zurück ans Ufer gezogen.

Einsatzleiter (mit blauer Weste) bei der LagebesprechungDie umstehenden Helfer nehmen den Geretteten in Empfang und legen ihn auf das sogenannte "Spineboard", eine leichte Trage aus Kunststoff die einen sicheren Transport auch im unwegsamen Gelände ermöglicht. Nun geht es über die Böschung hinauf auf den Parkplatz, wo die Wasserwacht'ler im Ernstfall die medizinische Erstversorgung des Geretteten übernehmen würden bis der Notarzt eintrifft. Heute ist mit der Übergabe des vermeintlichen Patienten an das Sanitätsteam die Übung beendet und es geht zurück ans Wasser, wo das Schlauchboot bereits das nächste Opfer flußaufwärts fährt. Nach gut zwei Stunden sind die Ausrüstungen wieder in den Bussen verstaut, das Boot auf den Anhänger verladen und alle mit dem Ergebniss sehr zufrieden. Obwohl es für viele der erste Einsatz dieser Art war, konnten alle "Opfer" erfolgreich aus der Amper an Land gebracht werden und außer ein paar nassen Socken gab es keine Verluste zu beklagen.

Geschrieben von Wasserwachts Dachau. Veröffentlicht in Organisationen